Exkursion Hadamar Klasse 10d
Exkursion zur Gedenkstätte Hadamar
Die SchülerInnen sind überrascht und irritiert als sie die Eingangstür zu der Gedenkstätte in Hadamar passieren. „Ist das ein Krankenhaus?“
„Ja“, auch vor Krankenhäusern machten die Nazis nicht halt. Gerade dort wo schwache und wehrlose Menschen lebten, hatten die Nazis keine Hemmungen ihre Ideologie in bis heute unvorstellbarer Brutalität umzusetzen.
Sie befinden sich in der ehemals größten Euthanasieanstalt des 3. Reiches. Eine Einrichtung in der mehr Menschen mit Behinderungen ermordet wurden, als es Einwohner in dem kleinen Städtchen gab.
Sowohl die Frage, wie die Nazis systematisch morden konnten, als auch die Frage
wie dies vor den Augen der Bevölkerung, ohne deren Gegenwehr, geschehen konnte beschäftigte die 10d.
Sie begriffen jetzt schlagartig wie man Zivilcourage außer Kraft setzten kann. Die klassischen Mechanismen der Diktatur: Geheimhaltung, Angst schüren und schließlich die Statuierung eines Exempels an einer Bürgerin, die es gewagt hatte in der Öffentlichkeit über die Greueltaten zu sprechen. Sie verschwand noch am gleichen Tag in einem KZ. Danach sagte keiner aus dem Städtchen mehr etwas zu den Vorgängen in der Klinik. Hier, in der beklemmenden Atmosphäre einer Klinik, die am Hang einer Kleinstadt liegt, konnten die SchülerInnen eine Ahnung davon bekommen, was es bedeutete im 3. Reich zu leben und zu leiden. Sie haben die Informationen sensibel und auf ihre ganz eigene Weise aufgenommen. Wie jeder Einzelne der SchülerInnen damit umgehen wird, bleibt ihm und ihr überlassen.
Die Erkenntnis, dass man entschieden die Werte einer Demokratie verteidigen muss, das haben sie nach eigenen Aussagen mitgenommen. Im Gegensatz zu ihren Großeltern und Urgroßeltern werden sie nicht mehr sagen: „Wir haben das nicht gewusst.“
Ellen Bollig, Geschichtslehrerin der 10d
Erschrockenheit und Entsetzen standen den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10d im Gesicht. Die Führung begann damit, dass wir in einem Seminarraum über das Geschehen informiert wurden. In der NS-Tötungsanstalt Hadamar auf dem Gelände des Altbaus auf dem Mönchberg in Hadamar wurden zwischen Januar 1941 und März 1945 im Rahmen der sogenannten Aktion T4 ( T4, kommt von Tiergartenstraße 4 Berlin – Sitz der Zentrale ) etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in einer Gaskammer beziehungsweise in der zweiten Mordphase durch tödliche Injektionen und Medikationen sowie durch vorsätzliches Verhungern lassen ermordet. In beiden Mordphasen wurden Menschen die an: angeborenem Schwachsinn; angeborener Blind-, Taubheit; angeborener Fallsucht; Hang zur Trunkenheit und vielen anderen unsinnigen „Krankheiten“ erkrankt waren kaltblütig und systematisch ermordet. Es war ein merkwürdiges Gefühl den Weg zu gehen, den ALLE „ Patienten“ vor ihrer Hinrichtung gegangen sind. Unvorstellbar ist es auch das die ermordeten größtenteils Kinder waren, die eigentlich sogar manchmal gar nicht behindert, sondern nur anders waren als man es damals wie heute als normal empfand. Ich hatte während des ganzen Besuchs Gänsehaut und werde diese Exkursion niemals vergessen. Ich bin dankbar ein Stück Deutsche Geschichte so nah erlebt haben zu dürfen.
Tabea-Sarah Kolf 10d Medien AG
Exkursion nach Hadamar
Der Besuch in der Gedenkstätte Hadamar war erschütternd. Zum ersten mal habe ich so etwas Bewegendes gesehen. Man hatte sogleich Mitgefühl mit den Familien und Angehörigen, weil es einfach unvorstellbar ist, wie man etwa 15.000 Menschen durch Gas, ab 1942 durch Injektionen, Medikamente oder planmäßiges Verhungern, einfach liquidieren konnte.
Als ich die einzelnen Räume sah, wo die Verbrechen verübt wurden, konnte ich es kaum fassen und es überfiel mich tiefe Trauer.
Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass Menschen solche unvorstellbaren Verbrechen begehen konnten.
Diese Menschen entsprachen einfach nicht den rassischen Idealvorstellungen Hitlers und seines Systems, da sie geistige oder körperliche Behinderungen trugen und daher ein lebensunwertes Dasein führten.
Ebenso verbrecherisch an der ganzen Sache war die Tatsache, dass die Morde zumeist unter Aufsicht von Ärzten durchgeführt wurden, die nach ihrem Eid dazu verpflichtet gewesen wären, Leben zu erhalten und nicht zu vernichten.
Jana Coenen Medien AG 10d





